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BetScore und die GGL-Whitelist: So prüfen Sie Anbieter

Von Tobias Reuter, Live-Casino-Redakteurin · 6. September 2026

16 Bundesländer, eine gemeinsame Behörde, ein Staatsvertrag: Mit der GGL und dem GlüStV 2021 ist ein Rahmen entstanden, innerhalb dessen Anbieter wie BetScore operieren. Wie dieser Rahmen konkret aussieht, erschließt sich meist erst bei genauerem Hinsehen auf Limits, Lizenznummern und technische Vorgaben.

Warum progressive Jackpots fehlen

Progressive Jackpots, bei denen ein bei jedem Einsatz wachsender Gewinntopf am Ende an einen einzelnen Spieler ausgezahlt wird, sind bei virtuellen Automatenspielen unter deutscher Lizenz nicht zulässig. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt zwar Slot-Titel mit klassischer Gewinnstruktur, schließt aber Jackpot-Mechaniken aus, bei denen ein Teil jedes Einsatzes über viele Spieler und Plattformen hinweg in einen gemeinsamen, potenziell sehr hohen Topf fließt.

Als ein Grund gilt, dass solche Mechaniken besonders stark auf die Aussicht seltener, dafür überproportional hoher Gewinne setzen, was mit dem im Staatsvertrag verankerten Ziel der Suchtprävention in Konflikt steht.

Spieler, die von internationalen Plattformen Jackpot-Slots mit hohen Beträgen kennen, finden dieselben Titel bei lizenzierten deutschen Anbietern deshalb häufig nur in einer angepassten Version ohne Jackpot-Funktion oder gar nicht im Portfolio, selbst wenn der Spielhersteller identisch ist.

Schleswig-Holstein: Der frühe Sonderweg

Schleswig-Holstein nimmt in der Geschichte der deutschen Glücksspielregulierung eine besondere Rolle ein. Das Bundesland ging bereits vor dem bundesweiten GlüStV 2021 einen eigenen Weg und vergab schon früher Lizenzen für Online-Casino-Angebote, während der Rest Deutschlands noch unter einem deutlich restriktiveren gemeinsamen Staatsvertrag stand.

Dadurch entstand über mehrere Jahre eine rechtliche Sondersituation, in der Anbieter mit schleswig-holsteinischer Lizenz Online-Glücksspiel anbieten konnten, während dieselben Angebote in anderen Bundesländern rechtlich in einer Grauzone lagen. Diese Phase gilt rückblickend als wichtiger Testlauf, der zeigte, dass ein regulierter Online-Markt mit Lizenzsystem grundsätzlich funktionieren kann.

Erfahrungen aus dieser Zeit flossen später in die Ausgestaltung des bundesweiten Glücksspielstaatsvertrags ein. Mit Inkrafttreten des GlüStV 2021 wurde die Regulierung bundesweit vereinheitlicht, wodurch die frühere Sonderstellung Schleswig-Holsteins in ihrer ursprünglichen Form an Bedeutung verlor.

Malta Gaming Authority: Was die MGA-Lizenz bedeutet

Die Malta Gaming Authority, kurz MGA, ist die Aufsichtsbehörde Maltas für Glücksspielanbieter und gilt als eine der etablierteren Lizenzstellen innerhalb der EU. Unternehmen mit MGA-Lizenz unterliegen maltesischem Recht und den dortigen Anforderungen an technische Systeme, Kapitalausstattung und Spielerschutz, die sich von den deutschen Vorgaben in mehreren Punkten unterscheiden.

Da Malta EU-Mitglied ist, wird eine MGA-Lizenz in der Fachdiskussion teils anders eingeordnet als Lizenzen aus Regionen außerhalb der EU, was jedoch nichts daran ändert, dass sie eine deutsche GGL-Lizenz nicht ersetzt, wenn ein Anbieter gezielt Spieler in Deutschland ansprechen will.

Für Verbraucher bedeutet eine reine MGA-Lizenz ohne zusätzliche deutsche Erlaubnis, dass die spezifisch deutschen Schutzmechanismen wie LUGAS oder OASIS bei diesem Anbieter nicht greifen, auch wenn die maltesische Aufsicht eigene, teils umfangreiche Anforderungen an ihre Lizenznehmer stellt.

§ 285 StGB: Was die Praxis zeigt

§ 285 des Strafgesetzbuchs stellt die Teilnahme an einem öffentlichen Glücksspiel unter Strafe, sofern dieses ohne behördliche Erlaubnis veranstaltet wird. Die Vorschrift existiert im deutschen Recht bereits seit Langem und wurde ursprünglich vor allem mit Blick auf illegale Glücksspielrunden im stationären Bereich formuliert.

Wie diese Norm im Kontext von Online-Angeboten mit ausländischer Lizenz angewendet wird, ist ein Thema, das in der juristischen Fachliteratur unterschiedlich diskutiert wird, unter anderem mit Blick auf Fragen der Zuständigkeit, des Territorialprinzips und der praktischen Verfolgbarkeit einzelner Spieler.

Eine pauschale, für jeden Einzelfall gültige Einschätzung lässt sich an dieser Stelle nicht geben, da die Bewertung von den konkreten Umständen abhängt und sich die Rechtsprechung dazu weiterentwickelt. Wer Klarheit über die eigene Situation sucht, ist mit einer individuellen rechtlichen Beratung besser bedient als mit allgemeinen Aussagen zu diesem Thema.

Whitelist: So prüfen Sie einen Anbieter

Ob ein Anbieter in Deutschland über eine gültige Lizenz verfügt, lässt sich über das öffentlich einsehbare Verzeichnis der GGL prüfen. Diese sogenannte Whitelist listet alle Unternehmen auf, die eine Erlaubnis für Sportwetten, virtuelle Automatenspiele oder Online-Poker besitzen.

Spieler können dort den Namen des Anbieters oder der Marke eingeben und erhalten Auskunft, ob und für welche Spielform eine Lizenz besteht. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist das GGL-Logo, das lizenzierte Seiten üblicherweise im Footer einblenden, sowie ein vollständiges Impressum mit Angabe der Lizenznummer.

Fehlt ein Eintrag in der Liste oder lässt sich die angegebene Lizenznummer nicht zuordnen, handelt es sich nicht um einen in Deutschland zugelassenen Anbieter. Die Prüfung dauert nur wenige Minuten und ist ein zuverlässiger Weg, Angaben auf einer Webseite unabhängig zu prüfen, statt sich allein auf Werbeaussagen oder Gütesiegel Dritter zu verlassen.

LUGAS-Limit erhöhen: Der Antragsweg

Das monatliche LUGAS-Limit von 1.000 € lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen anheben, allerdings nicht formlos per Klick. Spieler, die eine Erhöhung wünschen, müssen bei ihrem Anbieter einen Antrag stellen und dabei in der Regel Angaben zu ihrer finanziellen Situation machen, etwa zu Einkommen oder verfügbarem Vermögen.

Der Anbieter prüft diese Angaben und kann die Erhöhung gewähren, ablehnen oder zusätzliche Nachweise verlangen. Eine gesetzlich fixierte Obergrenze für eine solche individuelle Anhebung gibt es nicht; wie hoch das neue Limit ausfallen kann, hängt von der Prüfung des Anbieters und der Höhe der nachgewiesenen finanziellen Mittel ab.

Wichtig ist, dass eine Erhöhung nicht automatisch erfolgt und der Prozess bewusst mit Hürden versehen ist, um impulsive Entscheidungen zu erschweren. Wer das Limit stattdessen senken möchte, kann dies in der Regel unkompliziert und ohne Wartezeit veranlassen, während Erhöhungen bewusst zeitverzögert wirken.

Ab 18 Jahren beginnt erst die gesetzliche Möglichkeit, an Glücksspiel teilzunehmen, und diese Grenze wird konsequent kontrolliert. Die Plattform check-dein-spiel.de bietet einen unabhängigen Selbsttest für alle, die ihr eigenes Spielverhalten besser einschätzen möchten. Verluste sollten stets als Teil der Unterhaltung akzeptiert werden können, nie als Ausgabe, die anschließend zwingend wieder hereingeholt werden muss.